Zarische Truppen, Krasnaja Poljana, 21.5.1864

Zarische Truppen, Krasnaja Poljana, 21.5.1864

Montag, 6. März 2017

Seltsame Begegnungen mit Grünen: "Meinungsfreiheit" II (Kai Gehring)

Diverse Fälle zeigen: Die Grünen sind gut darin, der Allgemeinheit vorzugaukeln, diverse Zielgruppen, die jeweils selbst nicht oder nur unter Schwierigkeiten ihre Positionen und Anliegen einer breiteren Öffentlichkeit darlegen können (mangels Organisierungsgrad etwa...) würden von dieser Partei ermutigt, unterstützt und bestärkt. Tatsächlich hält man dieses Bild auch dadurch aufrecht, daß man Menschen, an die sich die grüne Politik vorgeblich richtet, am Reden hindert,  daß man sie über die Vorschaltung der eigenen (irreführenden) Meinungsmache nicht die Öffentlichkeit erreichen läßt oder sie, so sie sich denn doch noch zu Wort melden, in Mißkredit zu ziehen sucht. Im Folgenden geht es darum, daß der grüne Sprecher und Obmann "für Hochschule, Wissenschaft und Forschung" mit der von ihm angesprochenen Zielgruppe bzw. mir als einem ihrer Mitglieder  offenbar von vornherein nicht auf vernünftige, sinnvolle Weise kommunizieren möchte und zudem auch verhindert, daß Außenstehende/Vertreter anderer Berufsgruppen/das allgemeine Publikum Kenntnis davon erhalten, daß sich Bündnis 90/Die Grünen eben in der Praxis dann doch nicht auf universale Weise für unter politischem Druck stehende Akademiker einsetzen möchten. Grünen-Vertreter wie Kai Gehring bekommen vielmehr gegenüber Betroffenen im unmittelbaren eigenen Verantwortungsbereich nicht einmal so weit ein respektvolles, menschliches Verhalten hin, daß sie sich auch nur inhaltlich mit entsprechenden Problemlagen auseinandersetzen wollen würden - geschweige denn, nach Lösungswegen und Abhilfe suchen. Es wird gelöscht und blockiert.

Die Diskrepanz zwischen Anspruch bzw. nach außen getragenem Schein und Selbstbild einerseits und tatsächlichem politischen Verhalten andererseits scheint immer größer zu werden. Es bilden sich allmählich bereits Verhältnisse in Bezug auf den Umgang mit "Wahrheit" heraus, die an diejenigen in totalitären Gesellschaften erinnern: Es werden zwei Register an Werten, Denkweisen, Wahrnehmungsweisen und Verhaltensmustern bedient; man bespielt je nach Bedarf auf taktischer Grundlage mal das eine, mal das andere Register. Das offizielle Register ist das einer übertrieben idealistischen, optimistischen, menschenfreundlichen Welt. Es wird ergänzt von einer dunklen Unterseite, die beständig ersteres in Frage stellt bzw. dieses tatsächlich als bloße "Konvention" ohne innere Verbindlichkeiten begreift, einem Verhalten, das von zynischer Abgeklärtheit, Opportunismus und ethischem Nihilismus geprägt ist und nichts "Eigentliches" mehr zulassen möchte.



                                                                                             
Aus guten Absichten, Selbstmotivation per "positivem Denken", einem partiellen Nicht-Gerecht-Werden gegenüber den eigenen Ansprüchen, dem plakativen, ressourcenschonenden Hinweisen auf "gute Beispiele", von denen man vielleicht hofft, daß sie prägend wirken und per Eigendynamik in die Breite wirken würden, kann mit der Zeit Heuchelei und Lüge werden. Besonders empfindlich getroffen sind meines Erachtens von dieesen Tendenzen gerade die Bereiche der "Meinungsfreiheit" und der "Menschenrechte". Das Auseinanderklaffen von Anspruch und Wirklichkeit fängt, gerade in Bezug auf Marginalisierte, bereits an, den Mehrfachstandards von autoritären Staaten zu gleichen, in denen das eine laut gesagt und das andere gedacht wird und ständig zwischen alternativen Codes hin- und hergeschaltet wird. Der rapide Wechsel zwischen pathetischem Idealismus und bodenlosem Zynismus, den man bisweilen in Grünen-Kreisen antrifft, erinnert mich jedenfalls an linksautoritäre Zusammenhänge, etwa die sowjetische Ideologie (von der die frühen Grünen ja auch nicht ganz unbeeinflußt blieben), über die den Menschen vorgegaukelt wurde, sich nur noch ein bisschen mehr zu bemühen, um dann in Kürze in eine noch schönere, buntere, hellere Welt eintreten zu können - dabei aber die Lebensrealität ein Grau in Grau war und manche Menschen auch bitter für die Utopien ihrer "weltverbessernden" Vorbilder zahlen mußten...

Während man bei Die Linke als politisch gebildeter Mensch, der die zeitgenössischen Entwicklungen näher verfolgt, nicht mehr wirklich davon ausgehen würde, daß sie ihren eigenen "Pazifismus" und ihre Menschenfreundlichkeit ernst nehmen und in ihrem politischen Treiben lediglich auf Gerechtigkeit und internationale Fairness dringen würden - anstatt implizit Assad und Putin zu verteidigen - wirkt die Fassade der Grünen weiter. Gerade diese Partei gibt vor, daß man, anders als Linke oder etwa auch SPD für eine konsequente Politik gegenüber Rußland mit seiner aggressiv-militaristischen Politik stehen würde bzw. sie macht mit einer hier vermeintlich aufrechten Haltung Werbung für sich. Allerdings sind auch bei dieser Partei immer öfter nicht nur ungleiche Standards zu beobachten, sondern ein stark projektives Vorgehen, das sich mit Vorliebe an Ersatzthemen arbeitet und über Personalisierungen vorgeht. Während ein Vorgehen  im Sinne demokratischer Werte im Inland vielfach de facto als zu mühselig, kostspielig (auch in Bezug auf Wählerstimmen und Bündnispartner) und unergiebig gehandhabt wird, ein Vorgehen gegen das Machtgeflecht in einheimischen Regionen geradezu als "naives" (gleichbedeutend verwendet mit "schändliches", "dummes") Unterfangen aufgefaßt wird, vertritt man in Bezug auf das, was dem eigenen Verantwortungsbereich entzogen ist, um so vehementer und idealistischer die eigenen Werte, gibt da gerne Lehrmeister, Vorbild und "Coach" ab. Damit bestätigt man sich untereinander das eigene Selbstbild als Individuum und Handlungskollektiv und freut sich über den gesellschaftlichen Mehrwert, den Zuwachs an "Ruf" und Ansehen, der damit entsteht.

Da, wo nach außen hin das autonome, verantwortungsbewußte Individuum in seiner westlichen Konzeption, das quasi unbegrenzt handlungsfähig scheint, angerufen und beschworen wird, die eigene "Macher"-Rolle ausgestellt wird, reagiert man, wenn man auf Konkretes im eigenen Handungs- und Verantwortungsbereich angesprochen wird, mit ausgemachtem Defätismus und Fatalismus, stellt sich als kleines Rädchen dar, das mehr oder weniger ihn/sie überwältigenden  anonymen Strukturen ausgesetzt ist und - wenn überhaupt - darauf warten muß, daß die politische Wetterlage sich bessert, um selbst aktiv zu werden und seine eigene Umwelt tatsächlich auch mitzugestalten (siehe hierzu auch meinen vorigen post). Diverse Vertreter von Grünen zeigen sich regelmäßig so überhaupt nicht mutig, unerschrocken und konsequent, wenn es um ein Verteidigen von Meinungsfreiheit "ohne Ansehen" (im juristischen Sinne) von Person und Kontext gehen müßte. Verteidigt wird da, wo es einfach ist, besonders viel Wirkung erzielt, die eigenen Interessen fördert, die geopolitischen Konstellationen sich dementsprechend gestalten und da, wo man besonders plakativ sein kann. Im Regelfall scheint das das Ausland zu sein - obwohl man auch da bestimmte, besonders heikle Themen und Zusammenhänge kaum oder gar nicht angeht.

Auf Diskrepanzen und sichtliche Widersprüche reagiert man zunehmend nicht mehr mit Korrekturen, sondern mit sturem Aussitzen und ignorantem Darüber-Hinweggehen. Anstatt daß da, wo es Hinweise darauf gibt, daß (im Falle der Tscherkessen bzw. des an ihnen begangenen Völkermordes sogar grenzüberschreitend bzw. auf internationaler Basis) demokratische Freiheiten, offene Kommunikation und sachbasierte, faktenorientierte Meinungsbildung unter Druck geraten und beschädigt werden, überprüft, korrigiert und neujustiert würde, ergeht man sich in kollektiver Realitätsverweigerung. Es findet keine sachliche, fachliche, differenzierte Auseinandersetzung statt. Man prüft nicht und verwirft oder bestätigt. Man blockt pauschal jegliche Hinweise auf entsprechende Mißstände bzw. deren Möglichkeit ab oder wird ausfällig und wendet sich gegen den Überbringer der schlechtne Nachricht. An die Stelle eines pragmatischen, faktenbasierten, lösungsorientierten Auseinandersetzens mit der eigenen Mit- und Umwelt treten das Reinhalten der eigenen Vorstellungswelten, ein militantes Beharren auf dem "so ist es" und das aggressive Beschützten und Aufrechterhalten der persönlichen Bequemlichkeitssphäre per Ausschluß des Störenden und der Störer. So wird Politik zur Glaubenssache und Verteidigung geschlossener Weltbilder.

Wer nichts prüfen will, sich in pauschalen Behauptungen, Bonmots und abstrakten Gemeinplätzen verliert, beraubt sich allerdings jeglicher gesellschaftlichen Korrekturfähigkeit und untergräbt damit auf Dauer auch das Gemeinwohl. In linken, linksliberalen und grünennahen Kreisen werden auf teils schon sektenähnliche Weise Tautologien ausgebreitet, etwa, daß es keine in Deutschland keine Zensur und politischen Repressionen gäbe, weil es in Deutschland (laut GG) keine Zensur gäbe (dabei werden auch geflissentlich Phänomene wie "soft censorship" und Autozensur übergangen...) . Die Argumentationen sind in etwa so schlüssig wie die, daß es im eigenen Bundesland keine Erdbeben geben könne, weil die abgeschlossene Versicherung den Schaden nicht zahle, daß in Deutschland keine Steuern hinterzogen würden, weil ja schleißlcih eine Steuerfahndung existiere oder daß kein Morde stattfinden würden, weil es per GG untersagt ist, anderen Menschen körperlichen Schaden zuzufügen. Oft hat man aber auch - wie hier im Folgenden- gar keine Antworten mehr.

Grüner Elephantenzirkus:
Im folgenden Beispiel für grüne Verhaltensweisen wird es um Kai Gehring gehen, der Bündnis 90/Die Grünen als Abgeordneter im Bundestag vertritt und da gerade für denjenigen Bereiche stehen möchte, die mich in besonderem Maße betreffen: er ist - auch formal so geregelt - zuständig für Bildung und Forschung. Aufmerksam geworden auf Kai Gehring war ich über einen Artikel in der Frankfurter Rundschau. Ich hatte tatsächlich im ersten Augenblick (aufgrund der Betitelung, siehe dazu auch den Screenshot weiter oben in diesem Blogbeitrag) gedacht, auf einen der seltenen kritischen (seriösen) Beiträge zu Mißständen in westlichen Gesellschaften in Bezug auf freie Meinungsäußerung gestoßen zu sein. Kurioserweise ist im FR-Artikel auch noch von einem grünen Bundestagsantrag die Rede, aus dem folgendermaßen zitiert wird: 
Wissen über den Status quo von Wissenschaftsfreiheit und Bedrohungslage von Studierenden und Forschenden sollte systematisch gesammelt, bewertet und zur Verfügung gestellt werden.

Die Aufforderung an die Bundesregierung, sich besser über die Lage der Wissenschaftsfreiheit in unterschiedlichen Ländern zu informieren, scheinen die Grünen allerdings für sich selbst nicht beherzigen zu wollen. Daß ich mich hier zu einem Türkei-Thema eingeschaltet habe, war tatsächlich mehr oder weniger Zufall. Es bleibt Menschen wie mir ohnehin kaum etwas anderes übrig, als solche Themen im Zusammenhang bzw. Kontrast mit ausländischen Verhältnissen anzuschneiden, da diese (bis auf wenige Ausnahmen) für den deutschen Raum kaum thematisiert werden. Ich meine deswegen, daß hier der Whataboutism-Vorwurf nicht greift, bzw. sich dieser, wenn überhaupt, an die Grünen selbst und nach diesen auch an andere deutsche Verantwortungsträger richten muß. Zumindest in Bezug auf den Völkermord an den Tscherkessen haben wir es, wie bereits betont, sowieso mit einer gernzüberschreitenden Problematik zu tun.

Vom FR-Artikel aus hatte ich mich  auf die Facebook-Seite von Kai Gehring, mir bis dato unbekannt, begeben. Hier war explizit von einem globalen Einsatz für "freie Wissenschaft, Kultur & Presse" die Rede. Ich zitiere Herrn Gehring:
"Täglich kommen News, dass Wissenschaftler*innen gegängelt, bedroht oder inhaftiert werden. Da reicht sorgenvolle Miene nciht aus, meine ich. Als Export-Vizeweltmeister muss man mehr tun für freie Wissenschaft, Kultur & Presse. Wir Grüne im Bundestag fordern die Regierung auf, sich weltweit viel stärker für Wissenschaftsfreiheit einzusetzen!"

(Ich entschuldige mich für die schlechte Bildqualität der folgenden Screenshots, diese kam so zustande daß ich nicht rechtzeitig bemerkt habe, daß sich die Einstellungen des Screengrab-Programms geändert hatten; Gering kam mir mit seinen flinken Löschaktionen zuvor, d.h. es war alles bereits verschwunden, bevor ich neuere, bessere Aufnahmen machen konnte. Deswegen gebe ich sämtlich Kommentare hier zuwätzlich auch noch in Textform wieder.) 




Ich habe darauf geantwortet - u.a., da ich mich durch die Formulierung "gegängelt" auf besondere Weise auch in meinen eigenen Erfahrungen angesprochen sah:
"Einen Moment dachte ich beim Lesen der Überschrift in der FR, daß die Grünen endlich erkannt hätten, daß sie etwas für die Wissenschaftsfreiheit von Akademikern in Deutschland tun müssen und diese nicht einfach gegeben ist, sondern auch immer wieder verteidigt werden muß. Dann sah ich das kleine "Türkei" obendrüber."

Der Grünen-Politiker reagiert recht bald, allerdings mit überaus floskelhafter (und für meine Begriffe auch noch grammatikalisch einigermaßen verhunzter) Antwort:
"Wir sind in In- & Ausland Partei der Wissenschaftsfreiheit als demokratischer Wert mit Verfassungsrang. Ihre Ausführungen kann ich daher nicht teilen."


Ich habe nachgehakt und schrieb:
"Ich kann Ihre Ausführungen nicht teilen, da ich etliche Ihrer Vertreter, auch schon Cem Özdemir selbst, auf fehlende Wissenschaftsfreiheit und Behinderung bei der Aufarbeitung des Völkermordes an den Tscherkessen angesprochen hatte und da nie Interesse kam. Teils wurde einfach vorgeschoben, man könne sich "kein Bild machen", ohne auch nur irgendeine Initiative dazu, sich ein ebensolches Bild tatsächlich zu machen - etwa indem man sich die Dinge bzw. entsprechenden Verhältnisse ansieht und nachforscht. Wie wollen Sie Entwicklungen im Ausland sachkundig beurteilen, wenn Ihrer Partei das angeblich im Inland nicht gelingen will? Es wurde von prominenteren und weniger prominenten Mitgliedern Ihrer Partei immer wieder nur abgebügelt - oder man war plötzlich als Grüne(r) machtlose "Privatperson", auch dann, wenn man kurz zuvor noch mit den eigenen Funktionen, Ämtern und Aufgaben geworben hatte. Sie können mir gerne illustrieren und mir auf überzeugende Weise aufzeigen, daß Sie selbst tatsächlich auch hinter Ihren Erklärungen stehen. Dann möchte ich aber auch konkretes Engagement und auch in Bezug auf meine Person und die von mir und internationalen Kollegen vertretenen Anliegen sehen."

Ich habe noch hinzugefügt, um meine Kritik am bisherigen Verhalten von Grünen-Repräsentanten konkreter und handfester zu machen:
"Ich kann Ihnen gerne auch schriftlich vorlegen, wie sich z.B Rebecca Harms verhalten hat.

Am nächsten Morgen waren meine weiteren Kommentare nicht etwa beantwortet, sondern spurlos gelöscht:



Ich habe erneut kommentiert:

"Soso, wenn ich als deutsche Akademikerin, die auch gerne von Forschungsfreiheit profitieren würde und einen fairen Umgang mit Studien zu einem nicht ins übliche Raster passenden Völkermord[en] hätte und trotz solcher für die deutsche Öffentlichkeit offenbar unangenehme[r] berufliche[r] Beschäftigungen demokratische und rechtsstaatliche Verhaltensweisen gegenüber meiner Person erwarte[,] [...] werde ich von Ihnen hier gelöscht. Aber Sie stehen natürlich trotzdem global für freie Meinungsäußerung (minus dem deutschen Raum?) ein und vertreten ein total glaubwürdiges Engagement für kritische Forschung. Sie haben mir definitiv belegt, was Sie gestern hier mir gegenüber behau[pt]et hatten. Höchst eindrücklich und vollkommen überzeugend. Bestimmt."

sowie

"Und bilden Sie sich bitte nicht ein, ich würde türkische Interessen vertreten und dewegen einfach negative und/oder unwahre Dinge über den Zustand der deutschen Wissenschaftslandschaft behaupten wollen. Ich bin mittlerweile in der Türkei wohnhaft und auch auf Facebook zum Teil in einem türkischen (und einem tscherkessischen, das Sie mangels entprechender Kenntnisse für ein türkisches ha[l]ten mögen) unterwegs, WEIL es Leuten wie Ihnen selbst an einem grundlegenden Verständnis dafür gemangelt hat, daß auch historische Völkermorde an vorwiegend muslimischen Bevölkerungsgruppen aufgearbeitet gehören und Forscher deswegen n[ic]ht drangsaliert, marginalisiert und bedroht werden dürfen."


Daraufhin bin ich vom Seitenbetreiber gesperrt worden (meine neueren Kommentare wurden ebenfalls beseitigt). Ich kann nun bei Kai Gehring gar nicht mehr kommentieren:



Hier hat derjenige, der für intellektuelle Freiheiten in anderen Ländern stehen will, die Prinzipien der Meinungsfreiheit und einer sachlichen Debatte nicht mal auf seiner eigenen Facebook-Seite gewahrt.
Noch eine abschließende Bemerkung: Es ist nicht so, daß Grünen-Kritiker grundsätzlich die Inhalte dieser Partei bzw. das Wahlprogramm und die ausformulierten Werte und Ziele ablehnen würden - sie müßten denn nur auch mal gelebt werden.


Banksy: "Elephant in the Room" (source: wikimedia/commons)





Dienstag, 28. Februar 2017

Seltsame Begegnungen mit Grünen: "Meinungsfreiheit" I (Michael Sandkühler)

Im folgenden, eher flüchtig dahingeworfenen Beitrag*, möchte ich ein Beispiel für die Inkohärenz, Undurchdachtheit und Vagheit grüner Politik sowie ein Nichteingestehen bzw. Verdrängen der eigenen Doppelstandards geben. Ich weiß, daß es nicht unbedingt so prickelnd ist, die Konversationen, die andere Leute auf facebook geführt haben, zum Nachlesen vorgesetzt zu bekommen. In einer Zeit, in der Wahlprogramme mit träumerischen Zukunftsvorstellungen auffallen, aber wenig zu bieten haben in Bezug auf zu treffende konkrete politische Maßnahmen und auch kaum Wege aufgezeigt werden, die man zum Erreichen der eigenen Ziele gehen müßte, dabei noch weniger verbindiche Zusagen und belastbare (Wahl-)Versprechen getroffen werden, ist es möglicherweise doch nicht so unnütz, wenn über die Wiedergabe von Einzelbegegnungen auch Anderen Aufschluß über die grüne politische Praxis gegeben wird. D.h., es wird ein Eindruck vermittelt, wie sich einzelne Grünen-Vertreter tatsächlich in der direkten persönlichen  Interaktionen geben und welche Einstellungen da aufscheinen, dies kann auch Aufschluß geben über Diskrepanzen zwischen dem realen politischen Verhalten und dem nach außen getragenen Selbstbild, wie sie die Gesamtpartei durchziehen.

(* Michael Sandkühler fällt in den sozialen Netzwerken gegenüber Anderen gerade mit einigermaßen seltsamen Stellungnahmen in der "Kopftuchdebatte" auf, insofern ist die Auseinandersetzung mit seiner Person ein aktuelles politisches Anliegen..) 

Die im folgenden wiedergegebene  Unterhaltung entwickelte sich anläßlich einer einigermaßen belehrend und maßregelnd wirkende Aufforderung an "türkische" Diskussionsteilnehmer, per Teilnahme an einer Demonstration für Deniz Yücel, den aktuell in der Türkei inhaftierten Journalisten, sozusagen die eigene Demokratiefähigkeit unter Beweis zu stellen und gerade für diejenigen Meinungen und Positionen einzutreten, die man selbst mutmaßlich nicht teilt und stützt. Diese Aufforderung ging einher mit einer Selbstpräsentation, der zufolge Grüne aus allgemeinen Gerechtigkeits- und Demokratiesinn heraus - und gerade nicht im Sinne von Partikularinteressen - für freie Meinungsäußerung eintreten. Ich bin regelmäßig in Bezug auf repressierte Nordkaukasier auf andere Verhaltensweisen, auf Schweige- und Diffamierungspraktien, gestoßen und habe sogar erlebt, daß ein Ansprechen von repressiven Vorgehensweisen gegenüber Dritten unerwünscht ist und - bestenfalls - mit pikiertem Schweigen beantwortet wird. Leztendlich stehen hinter solchen Verhaltensweisen, selbst wenn das im einzelnen nicht so intendiert sein mag, auch rassistische Muster und Strukturen.

Selbtsverständlich hätte ich auch Interesse daran gehabt, in einem geeigneten Rahmen mehr Details, Erläuterungen und Begründungen zu dem zu bieten, was ich selbst an Schweige- und Verschweigepraktiken und unredlichen Vorgehensweisen in Bezug auf den Völkermord an den Tscherkessen erlebt habe und hätte ich auch ein tieferes, lösungsorientiertes Gespräch mit Sandkühler und anderen Vertretern seiner Partei geführt. Eine belanglose, öffentliche Diskussion auf Facebook ohne sichtlichen Lösungswillen empfinde ich allerdings nicht wirklich als zumutbar - dafür sind auch bereits die Darstellungsmöglichkeiten auf Facebook für komplexere Zusammenhänge (Geschichtspolitik etc.) zu begrenzt. Wie weiter unten über die Wiedergabe des Gesprächs per Screenshot deutlich  werden sollte, wies Sandkühler aber, wie andere zuvor auch, letztendlich bereits auf grundlegendere Weise das Problem von sich. 

Er geht, wie viele andere auch, letzendlich die Frage nicht an, wer denn überhaupt Ansprechspartner sein könnte in Fällen, in denen in Deutschland - z.B. über diverse Interessensgruppierungen und Netzwerke (z.B. die der "Putinversteher oder Iranlobbyisten) - demokratische Prozesse beschädigt werden und öffentliche Meinungen verformt werden können und individuelle Meinungsfreiheit de facto in Teilen ausgehebelt wird - dann, wenn man (tendentiell) a-demokratische Akteure ohne eigenes Einschreiten, Begrenzungen und Korrekturen, einfach machen läßt. Bislang scheint niemand von politischer Seite eine realistische Vorstellung davon zu haben oder sich auch nur ernsthaft Gedanken darum zu machen, an wen sich Intellektuelle wenden sollen, wenn sie aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit in Deutschland unter Druck geraten und zufällig gerade keine willige berufliche Interessensvertretung oder ein politischer Akteur, der aus einer Thematisierung politisches Kapital schlagen könnte, zur Hand ist. Man vertraut vermutlich vage darauf, daß nicht näher benannter anderer Akteur zuständig sein könnten. Individuelles Nichtwissen und Nicht-Beurteilen-Können dient der deutschen Gesellschaft als Begründung und Rechtfertigung für weitflächige Ignoranz und das Fehlen entsprechender Korrekturmechanismen.

Daß Repressionsmechanismen funktionieren können, weil man Menschen einfach ohne demokratische Initiativen und Willen zur Abhilfe herumirren und jahrelang auflaufen läßt und zugleich einer nicht direkt betroffenen, numerisch überlegenden Mehrheit  suggeriert, daß alles weiterhin in bester Ordnung sei, dieser Widerspruch wird kollektiv verdrängt. Oft zeigt sich auch ein recht krudes, reduktionistisches, unterkomplexes Verständnis von Freiheiten, Chancen und politischer Durchlässigkeit, die - jedenfalls auf Deutschland bzw. bestimmte Themenlagen bezogen - als etws abstrakt Gegebenes erscheinen und nicht als etwas, was auch im gesellschaftlichen Alltag verteidigt werden müßte. Es scheint nur ein "erlaubt" und ein "verboten" zu geben, keine Behinderungen, Marginalisierungsprozesse, keine fadenscheinig begründeten Ausnahmen und Ausschlüsse, keine Drohgebärden per Abmahnanwalt bei unliebsamer Kritik. Wenige Tage nach dem ursprünglichen Wortwechsel ergab sich auch für mich selbst eine Situation, in der ich mich erneuten, verstärktem Druck ausgesetzt sah. Der Betreiber der Nachrichtenplattform, für die ich regelmäßig Artikel und Berichte zu den mich interessierenden Themen veröffentlichen konnte, hatte gerade mitgeteilt gehabt, seine Arbeit einzustellen. Damit wäre die seit langen Jahren erstmals wieder für mich gegebene Chance, den Völkermord an den Tscherkessen über ein deutsches Medium thematisieren zu können, vor Ablauf des ersten Jahres bereits  wieder weggefallen - hierauf bezieht sich mein letzter, nachträglich hinzugefügter Kommentar. 

Ich muß noch ergänzen, daß ich Michael Sandkühler mit seinen hier zu Tage tretenden Verhaltensweisen für einen recht charakteristischen Vertreter der Grünen halte. Er hebt sich eher noch dadurch von anderen Vertretern seiner Partei ab, daß er relativ offen, "bekennend" und unbefangen die eigene Position darlegt, daß er sich überhaupt auf einen verbalen Austausch einläßt, eigentlich recht nett reagiert (bis auf einen kurzen Ausfall) und nicht mit pauschalem Ignorieren, Abstreiten und systematischem Beschweigen auffällt. Die Ausflüchte und Begründungen für eigenes Nichttätigwerden in Bezug auf das, was jenseits der ausgefahrenen Wege der eigenen Parteienpolitik liegt, wirken allerdings schon fast standardisiert - zum üblichen Arsenal an Abwehrstrategien dazu gehört z.B. das Betonen, daß man ausschließlich kommunal- oder regionalpolitisch tätig und damit so gut wie machtlos sei. Das ist eine seltsame Vorstellung für Demokraten und allemal für Verteter einer Partei, die in besonderem Maße mit ihrem "Mitmachcharakter" wirbt. Im übrigen dürfte sich im konkreten Falle dieser Einwand recht einfach dadurch widerlegen lassen, daß im Falle von Deniz Yücel gerade auch die grüne Kommunalpolitik aktiv geworden ist.

Das "Gespräch" endet, wie so viele Gespräche mit Vertretern dieser Partei enden: mit Ratlosigkeit und Schweigen. Es dürfte hierdurch deutlich werden, daß dann eben doch Machtgefälle, diverse Verflechtungen, politische Konjunkturen und an anderer Stelle gesetzte Vorlieben und Prioritäten darüber entscheiden können, wo Meinungsfreiheit verteidigt wird und wo das Recht auf freie Meinungsäußerung zwar prinzipiell bejaht, seine Durchsetzung aber letztendlich nicht überwacht wird und dem vermeintlichen "Zufall" überlassen wird, d.h. der gesellschaftliche Diskurs wird letztendlich durchsetzungsfähigeren (und oftmals finanzkräftigeren) Strukturen, den numerisch oder andersartig stärkeren Interessensvertretern überantwortet. Bislang hat damit Herr Sandkühler die Ansprüche, die er an andere stellt, nämlich auch "fremde" Meinungen zu verteidigen und selbst da, wo es für einen selbst unbequem sein könnte, für die Rechte anderer Menschen einzustehen, im eigenen Verhalten nicht eingelöst. Ich bin ihm persönlich darum nicht böse, sehe darin aber ein weiterhin ungelöstes, gesamtgesellschaftliches Problem.

Ich gebe im Folgenden meine Unterhaltung mit Michael Sandkühler vollständig und in der ursprünglichen Reihenfolge wieder, ich habe lediglich zur besseren Lesbarkeit unterteilt. 


Sandkühlers Aufforderung zum konkreten Tätigwerden und eine allgemeine Bekenntnis zu Meinungsfreiheit:


Das Konkrete, das Abstrakte und Ausnahmen: 



Das eigene Kapitulieren bei "schwierigen" politischen Situationen:



Ein kurzer, aggressiverer Anwurf (per Unterstellung bzw. Umkehr von Forderungen bezüglich Partikular- und Grundrechten ) und das sanfte Auslaufen-Lassen der Diskussion:



Donnerstag, 2. Februar 2017

Tscherkessisches Projekt in Samsun/Atakum sucht nach Unterstützern

Der tscherkessische Kulturverein "Adige Kültür Derneği" aus Samsun sucht nach Unterstützern für ein Kulturzentrum, das die Traditionen der tscherkessischen Minderheit ın der Türkei bewahren helfen soll.  Die Tscherkessen waren vor dem von Rußland verübten Völkermord im 19. Jahrhundert ins damalige Osmanische Reich geflohen bzw. dorthin deportiert worden, viele von ihnen hatten sich gerade auch in den Gegend von Samsun, einer der ersten Anlaufstellen auf der Seeroute vom Westkaukasus aus gesehen, angesiedelt.

Für Interessierte/potentielle Unterstützer
Kontaktdaten (Quelle: facebook):
Dernek Başkanı (Vereinsvorstand): 05422274159
Başkan Yardımcısı (Vize-Vorstand): 05324614510
Proje Koordinatörü (Projektkoordinator): 05326925682
(türkische Mobilfunknummern, von Deutschland aus mit +90 anzuwählen)
Bankverbindung: Türkiye İş Bankası Samsun Çiftlik Şubesi
Hesap no: 7302 0759948
An anderen Zahlungsmöglichkeiten wird gearbeitet. Falls jemand spenden möchte, aber keine Möglichkeit hat, auf ein türkisches Bankkonto einzuzahlen, ließen sich vermutlich auch individuelle Arrangements (beispeilsweise über deutsch-tscherkessische Partnervereine) finden, in diesem Falle würde sich wohl eine direkte Kontaktaufnahme mit dem Verein empfehlen.
Facebook-Seite des Vereins: "Adığe Khase" unter https://www.facebook.com/AdigeXase

 **** UPDATE **** 
Weitere Zahlungsmöglichkeit über folgende Verbindung:

Kontoinhaber: Muhammed Dirican
Kreissparkasse Reutlingen 
IBAN:DE52 6405 0000 0008 9726 35 
BIC: SOLADES1REU 
BLZ 640 500 00
Zusatz: "Für Samsun Adige Park und Museum"

Deutschsprachiger Artikel, der das Projekt "„Adige Parkı ve Etnoğrafya Müzesi” vorstellt, auf NEX24:

"[...] Das Projekt „Adige Parkı ve Etnoğrafya Müzesi” sieht ein zweistöckiges Gebäude sowie eine Gartenanlage vor. Im Obergeschoß des Gebäudes wird ein Ethnographisches Museum Platz finden, für das Erdgeschoß ist Café bzw. eine Küche, die tscherkessische Gerichte anbieten wird, vorgesehen. Der Park wird neben Bäumen, Pavillons, Skulpturen und anderen Artefakten auch eine Veranstaltungsfläche für u.a. traditionelle Tanzveranstaltungen sowie einen Kinderspielplatz bieten.
[...]
Die Einrichtung wird für ein allgemeines Publikum zugänglich sein. Der Adygische Kulturverein, der im Jahr 2008 gegründete wurde, hat bereits ethnographische Objekte und tscherkessische Kunst für das zukünftige Museum zusammengetragen. Diese wurden bisher in temporären Ausstellungen gezeigt. Die jüngste, nunmehr 5. Ausstellung, wird dieses Frühjahr in mehreren türkischen Städten (Çorum: 4.-8. März, Ankara: 11.-15. März, Balıkesir: 18.- 22. März, Bursa: 25.- 29. März, Yalova: 1.-5. April, Düzce : 8.-12. April, Istanbul: 15.-19. April) gezeigt, daraufhin soll sie nach Deutschland kommen und im Mai 2017 in Stuttgart zu sehen sein."

Vollständig lesen unter:  >>"Demokratische Öffnung" - Türkei: Tscherkessischer Verein in Samsun sucht nach Unterstützern für Kulturpark<<











Montag, 5. Dezember 2016

Sebastian Lakner: Grüne Wut eines parteiischen Akademikers

Die Wahl Donald Trumps hat die bundesdeutsche Öffentlichkeit in eine Art Schockzustand versetzt. Man fürchtet einen weiteren Aufstieg von Rechtspopulisten auch innerhalb Europas. Auf einem vielbeachteten Parteitag haben namhafte Vertreter der Grünen zu mehr Selbstkritik aufgerufen. Es mehren sich allerdings bereits jetzt die Anzeichen dafür, daß auch die Grünen weiterhin in dieselbe Richtung fortschreiten werden wie bisher, d.h. sie auf noch mehr "Verständnis" für Wutbürger, rechte Populisten etc. setzen wollen und daß man den eigenen Populismus und das Abgleiten in tendentiell a-demokratische, z.T. noch aus der Zeit des Kalten Krieges stammende Argumentations- und Verhaltensmuster eben nicht hinterfragt. Auch wird mehr oder weniger reflexhaft angenommen, daß Kritik an den Grünen aus einem demokratiefernen Spektrum stammen müsse, oder doch zumindest weiter rechts stehen müsse als grüne Inhalte und Praktiken selbst.

Die aktuelle Problematik des internationalen Erstarkens von Rechtspopulismus wird in grüner Logik so gewendet, daß der unbedarfte, tendentiell politikfaule Bürger noch mehr an Aufklärung und Motivationsarbeit bedürfe. Man gibt sich herablassend, chauvinistisch, gönnerhaft. So tief scheint die linksliberale Verunsicherung denn doch nicht gegangen zu sein - oder man will sie mit Pfeifen um Walde übertönen, anstatt schmerzhaftere Konsequenzen zu ziehen. Inwieweit die Grünen selbst zu einer populistischen Partei geworden sind, daß Teile von ihnen bereits selbst mit rechtem Gedankengut hantieren oder auch, inwiefern so manche grüne Betätigung eher parapolitisch, d.h. an fixen Freund-Feind-Schemata orientiert, denn politisch und im eigentlichen Sinne inhaltlich motiviert ist, gerät immer noch nicht in den öffentlichen Blick. Diese (meinem Eindruck nach zunehmende) Schieflage äußert sich symptomhaft auch in einem quasi-totalitären Umgang mit Kritik, wie er mir neulich in Gestalt von Sebastian Lakner begegnete.

Besonders drastisch zeigen sich diese Mißstände auch in der fortgesetzten grünen Weigerung, sich tatsächlich mit der Aufarbeitung internationaler geopolitischer Traditionslinien (die nun mal vom Kaukasus in den Nahen Osten reichen, man denke etwa an das sogenannte "griechische Projekt" einer ehemaligen deutschen Prinzessin aus Anhalt-Zerbst, auch bekannt als "Katharina die Große") zu befassen bzw. diese zu ermöglichen.  Dem Zerfall staatlicher und überstaatlicher Ordnungen, wie wir sie gerade an den Peripherien des ehemaligen Russischen Reiches sowie in Nahost erleben, müßte man auch mit einer vernünftigen, fundierten Wissenspolitik entgegengtreten bzw. überhautp erst mal die hiefür erforderlichen demokratische Strukturen und Rahmenbedingungen durchsetzen und Akademikern die notwendigen rechtsstaatlichen Garantien (etwa Diskriminierungsschutz)geben. Was etwa aktuell Katrin Göring-Eckardt an grüner "Selbstkritik" vorträgt, ist dem Wortlaut nach richtig, bleibt angesichts ausbleibender konstruktiven Engagements bis auf weiteres unfundiertes, leeres Gerede: 

"Was dieser Tage in Aleppo, in #Syrien passiert, wird sich historisch in eine Reihe mit Ruanda, Grosny und Srebrenica einordnen. Wie damals gibt es bei den meisten von uns ein Gefühl der Ohnmacht. Wie damals sind wir der Schutzverantwortung nicht gerecht geworden. Und trotzdem möchte ich die Regierung fragen und will ich uns alle fragen:
Tun Sie, tun wir wirklich genug für den Frieden? Tun Sie, tun wir wirklich genug, um ein bisschen mehr Humanität nach Syrien zu bringen? Tun Sie, tun wir wirklich genug, damit die, die den Horror verantworten, nicht straffrei aus diesem Krieg gehen?
"

Wie reiht es sich denn historisch ein, liebe Grüne?! Ich glaube kaum, daß bei Ihnen jemand, d.h. ohne entsprechende empirische Forschung und deren Publikmachung, die Fortpflanzung genozdialer Gewalt im weiteren Schwarzmeerraum faktisch korrekt und nachvollziehbar erklären könnnte.... So bleiben auch Sie weitgehend postfaktisch bzw. beschränken sich auf bloße assoziative Aufzählungen ("Syrien ist wie Grozny"). Bei meiner Grünen-Kritik geht es implizit um beides, um Rechtspopulismus und die historischen Logiken im Zerfall internationaler Ordnungen.* 

*(Ich werde die grüne Verweigerungshaltung gegenüber tiefergehenden Auseinandersetzungen mit sowohl Rechtspopulismus als auch genozidalen Logiken hoffentlich noch an anderer Stelle detailreicher und mit den von mir gesammelten Belegen schildern können; so lange, wie die Grünen nicht mal kümmert, ob man für die Darlegung von Kritik überhaupt Raum und einigermaßen faire Rahmenbedingungen gewährt bekommt, wird das allerdings nur schleppend vorangehen.)

Sebastian Lakner: Probleme beim Unterscheiden von Parteienkritik und persönlicher Diffamierung


Der politische Kontext meiner Auseinandersetzung mit Sebastian Lakner war ein facebook-Kommentar Viola von Cramons gewesen:


Mehrer Grüne waren im Folgenden mit der Problematik eines zunehmenden Rechtspopulismus und den Aufgaben, die sich damit der Parteienpolitik stellen, für meinen Geschmack sehr unterkomplex umgegangen - gerade auch mittels einer für meine Begriffe unangemessenen Gegenüberstellung von "Elite" und "[o]rdinary people":


Abwertungenen und Zuschreibungen an ein vermeintlich inaktives, politisch desinteressiertes, unverständiges Publikum werden hier und im folgenden in orange, die Unfähigkeit bzw. der Unwille zu thematischem Begreifen und inhaltliches Vorbeireden in grün dargestellt.

Daß es auch dem erfahreneren Parteienpersonal in zumindest manchen Bereichen an Bildung, Reflexion und Initiative mangeln könnte, daß dieses Personal sich gerne aus heikleren politischen Angelegenheiten zurückzieht, sich da als träge, behäbig und eher auf Selbsterhalt fokussiert erweist denn auf Werte, fällt hier erneut als Gesichtspunkt weg. Im gleichen Zuge, wie man sich selbstkritisch geben möchte, folgt somit die nächste hierarchisch-selbstgefällige Deutung. Ich schalte mich ein und erhalte mein eigenes Unbehagen an grünen Schwierigkeiten, Politik anders als ein "top down" oder ein "an der Macht/machtlos sein" zu denken, zurück als derart verzerrtes Echo, daß mir nun selbst hinterherschallt, in AfD-Form über die "Schuld der Eliten" nachzudenken:


In Hellrot ist hier das gekennzeichnet, was Lakner mir später an Aussagen unterstellt - obwohl er meine Einwände ja angeblich nicht einer AfD-Mentalität zuschreiben wollte. 

Der Hinweis auf einen unaufgearbeiteten Völkermord sagt Lakner offenbar absolut nichst, er übt sich lieber weiter in der Kunst des (kollektiven) Vorbeiredens und Nichtbeachtens. Es folgen weitere Belege dafür, daß man bei den Grünen mit Vergnügen an anderen Menschen und deren Einsichten, Anliegen und Kritikpunkten vorbeikommuniziert. Da, wo überhaupt noch - formale - Antworten erfolgen, wird Kritik mal eben schnell mit abstrakt bleibenden Standardentgegnungen und nichtssagenden Floskeln zu entschärfen und neutralisieren gesucht. Sich mit der Sache selbst, den Beweggründen seines Gegenübers, der argumentativen Unterfütterung seines Anliegen beschäftigen - das würde Mühe machen. Die Leugnung bzw. das Ignorieren des Problems bestätigt so den Ausschluß, den Vertreter der Grünen ständig praktizieren.

Man bewegt sich bevorzugt in der eigenen Blase und ist fast vollkommenselbstreferentiell geworden; die Bereitschaft zur Kommunikation mit der Außenwelt hält sich sehr in Grenzen, auch mit der mentalen Beweglichkeit steht es wohl nicht zum besten, wenn man derart stur den eigenen Themensetzungen und ideologisch geprägten Blickwinkeln folgt. Jedenfalls möchte man sich keineswegs mit der Ergründung früherer Fehlentscheidungen und parteienpolitischen Fehlverhaltens auseinandersetzen. Bei Hinweisen darauf will man so schnell wie möglich abservieren:



Lakner, der sich über meine Reaktionen als Form/Ausdruck "offener Aggression" beschwert, hat sich wohl noch nie klar gemacht, welche strukturelle Gewalt von Kreisen ausgeht, die die Aufarbeitung von Völkermorden, Rassismus und Kolonial behindern oder - wie die Grünen - zumindest derartige Behinderungen regelmäßig bagatellisieren, ignorieren und rationalisieren. Wenn man dabei auch formal höflich bleibt (und Lakner bleibt es nicht mal), so reicht dies dennoch absolut nicht aus für eine Bekräftigung humanistischer Werte und Verteidigung rechtsstaatlicher wie demokratischer Strukturen. Von meiner Seite war wohlgemerkt kein einziges Schimpfwort gefallen und auch keine Abwertung der Person erfolgt - das wäre nämlich offene Aggression gewesen. Und wie soll man es verstehen, daß er "niemand spezifisch angegriffen oder beleidigt habe"? Daß unspezifische, pauschale Angriffe auf ganze Menschengruppen und das Über-den-Kamm-Scheren sämtlicher unzufriedener Wähler ok sind? Daß eine solche abqualifzierende, verächtlich machende Haltung, wie sie bei Lakner zum Ausdruck kommt, von ihm selbst dann offenbar nicht als "Aggression" gegenüber benachteiligten und unterrepräsentierten Gruppen wahrgenommen wird, würde ja irgendwo auch zum mangelnden Interesse Lakners an der Aufarbeitung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit inklusive genozidaler Gewalt passen.....

Was jenseits des eigenen engeren Wahrnehmungs- und Erfahrungshorizontes (oft genug von Ethnozentrik, einer christlich-weißen und bürgerlich-mittelständigen Identität und Lebenswelt geprägt) liegt, läßt sich in einer solchen, auf Gemeinplätze, stereotype Gruppenzuschreibungen und Massenabfertigung per Standarthemen festgelegten Politik kaum noch vermitteln. So langsam könnte auch man das Gefühl bekommen, daß politische Inhalte per se unerwünscht sind..  - Aber ich will auch nicht übertreiben, Themen wie Dosenpfand (alt) oder Kargoräder(neuere Version) gehen  - anders allerdings als vergleichende Genozidforschung...- wohl noch:



Grüne Verleumdungswut - Lakner macht sich mit Hetzkampagne gemein, die die akademische Aufarbeitung des Völkermordes an den Tscherkessen behindert

Lakner hat mir allerdings zumindest teilweise auch etwas vorgespielt, er war von vornherein, wenn überhaupt, nur sehr bedingt bereit, sich auf inhaltliche Auseinandersetzung mit mir einzulassen und mich als Person ernstzunehmen. Grund: Er hatte eine Hetz- und Verleumgunskampagne, die Sönke Henning Tappe gegen mich gerichtet hatte, wahrgenommen und sich davon beeinflussen lassen. Kurz nach meinem "Dialog" mit Lakner ließ sich Lakner denn bei Sönke Henning Tappe über mich aus, direkt in einem der alten (öffentlich lesbaren) Threads Tappes, den dieser am 20. Juli 2016 begonnen hatte. Nebenbei zeigt dieses Vorgehen auch, wie wichtig es wäre, rechtzeitig gegen derartige Diskreditierunsmanöver vorzugehen: Duch diese ergibt sich eine Immunisierung gegen Kritik und Verweigerung von Auseinandersetzungen. Vorangegangene, weiterhin wirkunsvoller Verleumdungen tendieren dazu, weitere und weitere Kreise zu ziehen und dienen dann als Vorlage für weitere Herabsetzungen und Diffamierungen. Seine Vorprägung und Voreingenommenheiten, die er dann mittels eigener un-vernünftiger Diskussionsweisen sich selbst noch mal bestätigt, benennt Lakner dabei (in rot unterlegt) recht klar:




Hier nun noch mal in der richtigen Reihenfolge seine eigentliche Wortmeldung bei Tappe:

Schön, daß es Herrn Lakner offenbar nicht mal entfernt in den Sinn kommt, daß ein "bürgerliches Engagement in den Parteien" auch die Auseinandersetzung mit vergessenen Genoziden, eine gute Wissenschaftspolitik, ein Eintreten gegen ein Einfließen militärischer Logiken in geisteswissenschaftliche Forschung (Darstellung der Auslöschung des "Gegners" als nachvollziehbare, rechtfertigbare "Realpolitik") und Vorgehen gegen weiterhin aktive, tradierte koloniale Stereotypen oder insgesamt eine Entkolonialisieurng der europäischen Erinnerungspolitik beinhalten könnte. Und wie elegant und grazil er über meine entsprechenden Sätze hinweggelesen hat. Und daß er sich - mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne - nicht mehr daran zu erinnern scheint, daß das übergeordnete Thema des Cramon-Threads die bevorstehenden Wahlen, die Gefahren des Rechtspopulismus und ein zweifelhaftes Expertentum gewesen waren.

Ahnungslos bzw. schwer von Begtriff ist er selbst in dem Sinne, daß er nicht sehen und nicht verstehen will, aus welchen Gründen sein parteienpolitisches "Engagement" mitunter auch nicht ankommt: Es ist zu demokratiefern, inkonsequent und zu wenig an rechtsstaatlichen Werten orientiert. Seine Kontrahentin war übrigens auch genau deswegen wenig von seiner Argumentation beeindruckt, weil sie aufgrund von mehrjähriger Mitarbeit in einer lokalen Friedensinitiative (nach außen hin überparteilich, de facto eine PDS/PdL-Vorfeldorganisation mit entsprechenden Vorlieben für autoritäre Gebilde) mittlerweile darin geübt ist, scheinliberale Heucheleien, Floskeln und Ausreden bei dem, was jenseits eines anderweitig ausformulierten "Minimalkonsenses" liegt, zu erkennen. Von der Doppelbedeutung so mancher "graswurzeliger", "demokratischer" Forderungen nach besserer Mitarbeit (bei im Vorhinein festgesetzten Themen und relativ festen Themenbegrenzungen) lasse ich mich nicht mehr beeindrucken. Gerade aufgrund dieser eigenen "basispolitischen" Erfahrungen kann mich eben auch nicht mehr jede billigen Retourkutsche irritieren und ins Bockshorn jagen. Nebenbei gesagt bleibe ich auch unbeeindruckt von Wahlkampf-Slogans, die offenbar nicht mal die Grünen-Mitglieder selbst verinnerlicht haben:


Tja, Herr Lakner, klingelt da nicht zumindest jetzt etwas? Die weiteren, frustgefüllten Auslassungen auf Tappes Facebookseite zeigen des weiteren deutlich, daß Herr Lakner es trotz allen Talents und eines reichen politischen Erfahrungsschatz (von seiner noblen Gesinnung ganz zu schweigen) es dann doch nicht hinbekommt, selbst eine kurze, eher oberflächlich gehaltene Auseinandersetzungen (für mich ist das eher Small Talk....für ihn womöglich tiefe Philosophie) ihrem Inhalt gemäß auch nur halbwegs korrekt wiederzugeben - er ergänzt sich darin aber prima mit seinem Facebook-Freund Sönke Henning Tappe: 



Das Thema unseres verbalen Austauschs wäre "[...] dass es wichtig ist, Menschen zum politischen Engagement zu motivieren" gewesen? - Nein, darum ging es - mir zumindest - ganz und gar nicht. Mir ging es sogar ziemlich genau um das Gegenteil: Um die zu bescheidenen Möglichkeiten, aber meinerseits großen Bemühungen dazu, Mitglieder von Parteien aus ihrer institutionalisierten Trägheit, ihrer seltsamen Mischung aus Lethargie, unbegründeter Zuversicht und Hysterie herauszubewegen und sie dazu zu veranlassen, jenseits ihres Selbsterhaltungstriebes wieder mehr für demokratisches Engagement, gesellschaftliche Verantwortung und größere Prinzipientreue einzustehen. Und damit womöglich eine gemeinsame Arbeit zu ermöglichen und einen Rückgewinn an (allgemeiner) politischer Kultur anzustoßen. Das scheint aber vergebene Liegesmüh' zu sein.

Sebastian Lakner ist, so legt zumindest das hier dokumentierte Verhalten nahe, sehr wenig bereit, sich mit anderen Personen und deren Kritik an seiner Partei auseinanderzusetzen, ohne diese ins Schema "primitive, faule Wutbürger" zu pressen. Selbst Kritik an massiven parteilichen Mißständen wird wiederum in ein indirektes Lob ("abgehoben" meint bei ihm wohl intelligent, gebildet, differenziert...  - wohingegen ich das grüne Milieu eher als zu abgesunken, primitiv und intellektuellenfeindlich empfinde....) transformiert, seinem Gegenüber legt er dazu dann auch noch vielsagendes, tatsächlich aber nie benutztes Vokabular in den Mund. Es ist Lakner, der sich hier in Dauerschleife die eigenen Bilder im Kopf bestätigt - und damit indirekt auch noch Klischees über einen grünen Abqualifizierungswahns befeuert, die üblicherweise von rechts vorgetragen werden und die man als Demokrat eigentlich nicht auf diese Weise bestätigt sehen will. Konkrete Arbeitsthemen nimmt Lakner in der Auseinandersetzung mit mir nicht mal wahr.

Eine seltsame Auffassung von Höflichkeit und guten Umgangsformen demonstriert Lakner, der "[...] niemanden beschimpft [...]" haben will, bei Tappe erneut: Er diagnostiziert mir ein "Aggressionsproblem", also eine Verhaltensstörung, nachdem er mir die Worte im Mund verdreht und eine Unterstellung nach der anderen abgeliefert hat und macht sich gemein mit einem linksrechten Hetzmob, der mich öffentlich anläßlich kollektiven Nichtgefallens meiner politischen Ansichten und eines islamophilen Engagements als "psychisch krank" anprangert  - und hält das möglicherweise dann alles für Nettigkeit und Nachsicht von seiner Seite. 

Dagegen hatte ich Lakner, wie schon oben betont, nicht beschimpft und an keiner Stelle auf ihn als Privatperson oder auf seine persönlichen Eigenschaften Bezug genommen, es ging mir die ganze Zeit um das Treiben seiner Partei und die zugehörige parteienpolitische Mentalität. Letztere mag Herr Lakner natürlich bereits so sehr verinnerlicht haben, daß er jedwede Kritik an "seiner" Partei auch sofort als Angriff auf seine eigene Identität wahrnimmt. Wie es mir dagegen mit monatelang vorgetragenen Vorwürfen und Angriffen direkt auf meine Person und damit der weitergehenden Zerstörung eines Teils meiner beruflichen Netzwerke geht und wie sich das auf meine physische Leistungsfähigkeit und Arbeitsmoral auswirkt, schildere ich hier nicht im Einzelnen. Das würde bei den Grünen wohl ohnehin kaum noch jemanden interessieren - solange es den Grünen selbst nicht in anderer Form wieder auf die Füße fällt. Es scheint dort bereits seit geraumer Zeit das Recht der Stärkeren zu gelten. Wer bei Vertretern der Grünen auf einen menschlichen Rest-Anstand zählt, ist auf der falschen Spur.

Erst abschließend, nach Lakners Ausfäligkeiten und Viola von Cramons "like" für den bei ihr sichtbaren Teil davon, wurde von mir (im erstgenannten Cramon-Thread) folgender letzter Kommentar eingestellt. Offenbar hält man aber auch hier nicht für nötig, sich weiter zu erklären.


Mobbing (hier "Cybermobbing", das im Grunde aber nur eine Fortsetzung früherer Mobbingaktivitäten in der analogen Welt darstellt, die sich gegen mein Arbeitsthema gerichtet haben) das sei Sebastian Lanker erklärt, ist laut Ansicht sozialwissenschaftlicher Forschung eine  "form of group aggression innate to primates", bei der die Beteiligten auf eine vorhersehbare und strukturierte Weise vorgehen, "when someone in a position of leadership or influence communicates to the group that someone must go". Dieser "someone" bin ich, bzw. eigentlich war es ein "etwas". Was ursprünglich "weg" sollte war nicht meine Person, sondern meine Beschäftigung mit dem Völkermord an den Tscherkessen. Vor meiner Aufnahme dieses Forschungsthemas habe ich mich nie Anschuldigungen ausgesetzt gesehen, psychisch krank, faul, unsozial, leistungsunwillig, unbegabt, aggressiv oder sonstwie gesellschaftlich auffällig zu sein.

Womit Lakner sich da gemein macht, entspricht ziemlich genau dem Vorgehen des DFG-Projektleiters Prof. Dr. Dieter Langewiesche und meines Doktorvaters Dietrich Beyrau, nachdem sie mir die Beschäftigung mit den genozidalen Dynamiken der "Befriedung" des Westkaukasus durch russische Truppen nicht mehr "sanft" ausgeredet bekamen: Man streute im weiteren Umfeld Behauptungen über "Schwierigkeiten mit dem Projekt", dann Gerüchte über "persönliche Probleme" und schließlich über eine "psychische Erkrankung". Eine akademische Evaluation bzw. Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Argumenten und Fakten hat dagegen in Deutschland nicht stattgefunden. Wie und vor allem, von wem, in demokratisch verfaßten Ländern medizinische Diagnosen gestellt werden, hat Lakner wohl ebenfalls nicht "gecheckt", um auf die Formulierung seines "Genossen" N. Grünewald zurückzugreifen. Lakner erfreut sich an der - nun auch für ihn praktischen - Stigmatisierung, deren ursprünglicher Anlaß ein politisch motivierter Unmut gegenüber vergleichender Völkermordforschung war.

Was speziell die Beweggründe des Herrn Tappe waren, mir mit einer Mobbing- und Hetzkampagne zu Leibe zu rücken, mein Abblocken einer aus dem Ruder gelaufenen, irrationalen "Unterhaltung" nicht zu akzeptieren, weiß ich nicht. Vielleicht war es persönlicher Geltungsdrang (er verkauft über Facebook von ihm angefertigte Photokalender...) oder gekränkte Eitelkeit, vielleicht die seltsame Verquickung von linkautoritärer Stimmungsmache und rechtspopulistischem Vorgehen gegen Anti-Hate-Diskurse und kritische Auseinandersetzungen mit Islamophobie. Aktuell treffen sich ja ganz unterschiedliche Lager in ihrem Haß auf Türken und/oder Muslime. Um  Geschichtsrevisionismus kann es Herrn Tappe jedenfalls nicht ernsthaft gegangen sein, sonst hätte er bekannte Vertreter revisionistischer Interpretationen ins Visier genommen und mich, als ich selbiges getan habe, beachtet und unterstützt. Stattdessen hat er sich auf die einzige deutsche Historikerin gestürzt, die sich mit dem Völkermord an den Tscherkessen beschäftigt. Aus diversen weiteren Gründen stelle ich natürlich für einen derartigen Haß- und Frustablaß ein nahezu ideales Angriffsziel dar.

 ----- Zur Unbedachtheit und offensichtlichen Reflexionsarmut bei der Beteiligung an derartigen Hetzkampagnen siehe auch mein vorangegangenes "Cornelia Achterberg weiß nicht, warum sie hetzt..." -----

Fakt ist, daß sich über Tappes Verleumdungsthreads auch eine ganze Reihe von rechtspopulistisch eingefärbten Gestalten  über mich ausgetobt hat und daß zu diesem  Zeitpunkt auch ein generelles Interesse daran bestand, diejenigen, die offen gegen rassistische und islamophobe Diskriminierungen eintreten, so schnell wie möglich mundtot zu machen. Dazu wurden sich in den sozialen Netzwerken auch gezielt einzelne Personen und "Fälle" herausgegriffen, um dann publikumswirksam ein Exempel zu statuieren und, in neurechter Denke, gegen "Meinungsdiktatur" vorzugehen. Ein Teil des Personals, daß bei Tappe gegen mich gehetzt und/oder dessen verleumderische/aufhetzende Behauptungen mit Likes unterstützt und verbreitet hat, war beispielsweise auch in ein Vorgehen gegen den CDU-Bundestagsabgeordneten Prof. Dr. Matthias  Zimmer involviert gewesen.

Wie weit solche Leute mit Hetzorgien zu gehen bereit sind, sieht man auch an den letzten Dialogen mit Sebastian Lakner. Gerade "Norbert Grünewald", der sich auf Facebook ein eher linkes Profil gibt (über seine Person und deren etwaige politische Betätigungen ist mir nichts bekannt), war im Netz schon mit vielfachen Pöbeleien gegen u.a. auch ukrainefreundliche Linke aufgefallen. Da die eigentliche Gegnerschaft zu Aufarbeitung des Völkermordes an den Tscherkessen von russischer Seite ausgeht, liegt für mich der Gedanke nicht allzu fern, daß da an einen Umgang mit politischem Dissens angeknüpft wird, wie er auch in der Sowjetunion gepflegt wurde - quasitotalitäre, wohl im Laufe der Jahrzehnte eingeschliffene Reaktionsweisen zeigt ja etwa auch noch ein Teil der bundesdeutschen Linken. Oder "Norbert Grünewald" reagiert sich aus persönlicher Wut heraus einfach entsprechend reflexhaft ab - ohne Rücksicht auf menschliche Verluste:

Und hier noch mal in Detailaufnahme das lakner-cramonsche 'Aggressionsproblem':



Lakner, Tappe und Grünewald scheinen nach wie vor "befreundet" zu sein:






Grüne Seilschaften, wissenschaftliche Unabhängigkeit? - Die eigenen "Stakes"


Für mich sind die hier beschriebenen Verhaltens- und Reaktionsweisen nicht deswegen interessant, weil sie außergewöhnlich wären, sondern weil Lakner zum einen zusammen mit Vertretern einer liberalen Partei auftritt, zum anderen weil an einer deutschen Universität als Dozent tätig ist. D.h. er ist ein gesellschaftlicher Verantwortungsträger und mir fällt generell sehr unangenehm auf, wie gering mittlerweile die Bereitschaft zu rationaler, ernsthafter und respektvoller Auseinandersetzung selbst unter Akademikern noch augesprägt ist. Immer häufiger werden naßforsch und stur die eigenen Interessen verteidigt. Einen Wertekanon und seine Berufsethik hält man - zumindest aus meiner Perspektive - auch unter deutschen Wissenschaftlern und Universitätsangestellten immer seltener hoch. Das aktuell Vorgefallene erinnert mich nur allzu stark an meine Tübinger Historikerkollegen, die meinten, weitestreichende Urteile - auch solch zu meinem psychischen Zustand - fällen zu können, ohne auch nur meine akademischen Papers und Aufsätze gelesen zu haben. Auch da gab es eine Art Mobverhalten bzw. wurden akademische Bewertungsmaßstäbe und Arbeitsregeln beiseite gelegt zugunsten gruppendynamischer Prozesse und der Verteidigung externer Interessen (bzw. einem Einknicken davor).

Wie stark politische Interessen und akademische Meinungsbildung mittlerweile miteinander vezahnt sind, deutet gerade auch der Fall Lakner an. Lakner, der mir zuerst über Viola von Cramons Facebook-Profil begegnet ist, hatte im Jahr 2009 an der Universität Göttingen an der Fakultät für Agrarwissenschaften promoviert.  Seit 2010 ist er Mitarbeiter am "Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung" der Universität Göttingen.  Der dortige Lehrstuhlinhaber ist Stephen von Cramon-Taubadel - der Ehemann Viola von Cramons. Sowohl gemeinsam mit seinem universitären Vorgesetzten als auch mit Viola von Cramon zusammen hat Lakner Aufsätze und Beiträge zu agrarpolitischen Themen verfaßt. Rechtlich gesehen ist das sicher in Ordnung, für meinen Geschmack ist hier aber der Übergang zwischen parteinpolitischem Engagement und wissenschaftlicher Arbeit bzw. die Trennung von Funktionen, Interessen und Aufgaben zu unscharf, - auch wenn sich solche Überkreuzverbindungen in den Geisteswissenschaften wohl dramatischer auswirken als in den Naturwissenschaften. Klientelpolitik samt einer Stärkung politisch gern gesehener akademischer Inhalte und die Auswirkungen politischer Seilschaften auf akademische Karrieren oder Nicht-Karrieren wären aber durchaus mal etwas, was eine nähere Betrachtung durch etwa investigativen Lokaljournalismus interessant machen könnte.

Nun kann ich natürlich nicht einfach so unterstellen, daß Lakner sich in seinem eigenen beruflichen und wissenschaftlichen Umfeld nicht stärker am Riemen reißen und da  objektiver und sorgfältiger - u.a. per Nachprüfung von Behauptungen (!) - vorgehen würde als in einer Auseinandersetzung auf Facebook. Lakners Auftritte im Netz waren jedoch aus meiner Sicht derart unsachlich, derart wenig um Objektivität bemüht und grenzüberschreitend, daß ich mich schon frage, wie er die gebotene Neutralität und Distanz im rein universitären Bereich wahren will. Wer soziale Interaktionen im Nachhinein mit so stark verzerrten Wahrnehmungsweisen schildert und Behauptungen und Anschuldigungen durch Dritte offenbar nicht einmal überprüft, könnte auch generell Probleme damit haben, persönliche Befindlichkeiten zurückzustellen, etwa wenn er/sie Studenten und Mitarbeiter beurteilen muß.  Ich würde mich als abhängig Beschäftigte bei solch engen Verflechtungen zwischen Politik und Wissenschaft jedenfalls nicht mehr auf eine faire Vorgehensweise und die Einhaltung sachlicher Bewertungsmaßstäbe verlassen wollen. 

Da, wo Angst bzw. ein begründeter Anlaß für die Vermutung besteht, daß ein allzu kritischer Blick nicht gern gesehen sein könnte und möglicherweise unangenehme Folgen hätte, werden Akademiker auch tatsächlich - zum Nachteil der Gesellschaft - immer wortkarger. Wenn man in Deutschland oder auch EU-Ausland noch eine halbwegs passable akademische Karriere (oder in meinem Falle: überhaupt noch ein einigermaßen normales und abgesichertes Leben) hinlegen will, ist man tatsächlich schlecht beraten damit, sich als Individuum (wenn man sich einer extremistischen Gruppierung anschließt und diese hinter sich weiß, sieht es anders aus) nicht mit allzu "aneckenden" Meinungen und Positionen politisch hervorzutun. Auch dann, wenn diese (etwa antirassistische) Positionen unmittelbar mit dem eigenen Fachgebiet zu tun haben. Jedenfalls waren meine geisteswissenschaftlichen Kollegen in Tübingen  "innerwissenschaftlich" nicht bereit gewesen, ein wesentlich faireres, besonneneres und sachgemäßeres Verhalten an den Tag zu legen, als Lakner es im Netz tut. 

In noch einem Punkt täscht sich Sebastian Lakner gewaltig: Ich würde ihn - angesichts seiner Umgangsformen, des sprachlichen Vermögens und der fehlenden Bereitschaft, sich intellektuell auf fremde Themen einzulassen - wohl kaum je für "Elite" halten. Ihm scheint nicht einmal beigebracht worden zu sein, daß man nicht alles, was man in den sozialen Netzwerken so über andere Personen und Angelegenheiten liest, einfach glaubt und nachplappert. Möglicherweise sollte man ihm die Grenzen des Sagbaren auch mal rechtlich klarmachen. 



 Weiteres/Näheres zu der tappeschen Hetzorgie unter:  "So pervertiert* ist die deutsche Öffentlichkeit mittlerweile..."

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Tobias Rapp in der Echokammer

Anläßlich des Erscheinens einer geschmacklosen "Flüchtlings-Satire" von seiten der Bundespressekonferenz und andererseits der gebetsmühlenartig vorgetragenen Behauptungen, Journalisten würden sich immens um "Reden mit der Bevölkerung" (oder so...) bemühen, aber an den mentalen Barrieren von "Wutbürgern"  scheitern, ist es wohl nun an der Zeit, sich auch generell mal mit dem rüden, oft reflexionsarmen Verhalten deutscher Journalisten und insbesondere auch deren mangelnder interkultureller Sensibilität auseinanderzusetzen. Wie auch mit der oftmals recht pauschal erscheinenden Weigerung, jenseits des eigenen Spartendaseins auch mal öfter inter- bzw. transnationale Zusammenhänge in den Blick zu nehmen. Der Spiegel ist mir persönlich vor allem deswegen in unguter Erinnerung geblieben, weil er zu einem Artikel über Rußland einen Kommentar, der die russische Politik im Nordkaukasus zum Thema hatte, nicht freigeschaltet hat, zu einem Zeitpunkt, in dem im redaktionellen Teil der Völkermord an den Tscherkessen trotz herannahender Olympischer Spiele in Sotschi nicht auch nur ein Mal erwähnt worden war.

Ich gebe mit diesem Blogeintrag eine Interaktion wieder, die ich soeben mit dem Spiegel-Redakteur Tobias Rapp hatte, der mir schon in den Wochen zuvor mit wenig komplexen, schmalspurigen und intellektuell dünnen Statements sowie schnellem eigenem Gekränktsein auf Facebook aufgefallen war.

Die Interaktion vom 1.12.2016 mit Tobias Rapp:







Für weitere Ausführungen dazu, wie die Nichtbearbeitung des blutigen Kaukasuskonflikts von westlicher Seite den rußländischen Extremismusexport angeheizt hat, war Tobias Rapp offenbar bereits zu überfordert gewesen. Wie es der Screenshot nahelegt, hat mich dieser Vertreter der Journalistenzunft blockiert, ohne daß ich ihm auch nur noch den Link zum entsprechenden Online-Lexikoneintrag für den "Profil" ("Profil" hatte u.a. gegen den Journalisten Boris Reitschuster, also einen Kollegen Rapps, gehetzt gehabt) hätte hinterherschicken können. Hier ist er:
https://en.wikipedia.org/wiki/Der_Spiegel-Profil

Mit "kolonialrassistischen Bildern" war, so viel sei noch verraten bzw an offenbar nicht-erwünschtem Wissen dann nachträglich aufgezwungen, gemeint gewesen, daß Nordkaukasier im Spiegel vor allem dann vorkommen, wenn sie Attentate androhen oder begehen und so das europäisch-russische Bild des nordkaukasischen Gewalttäters und Kriminellen befriedigen. So findet man bei Spiegel nach wie vor unkritische Meldungen zum  "Antiterroreinsatz" à la Russe.... Von Kultur und zivilgesellschaftlichem Engagement ist dagegen fast nie die Rede.

Vgl. beispielsweise im Spiegel vom 1.8.2015:
"Russlands Anti-Terror-Kampf im Nordkaukasus war verlustreich und wurde rücksichtslos geführt. In den vergangenen Jahren war es den Sicherheitskräften so aber auch gelungen, die Führungsstrukturen des "Emirats Kaukasus" zu zerschlagen, einer al-Qaida nahe stehenden Terrorgruppe. Im Frühjahr 2014 meldete Moskau den letzten großen Erfolg: den Tod von Terroristenführer Doku Umarow, der sich selbst "Emir des Kaukasus" nannte.
Nun mehren sich Anzeichen, dass der "Islamische Staat" den Platz des "Emirats" einnehmen will. Im Juni rief der IS den Kaukasus öffentlich zu seiner Provinz aus. In Propagandavideos schworen schwerbewaffnete Männer der Organisation öffentlichkeitswirksam die Treue.
Moskau fürchtet, dass kampferprobte IS-Männer aus Syrien und dem Irak in Tschetschenien und anderswo einsickern. Nach Angaben des russischen Sicherheitsrates geben sie sich als russische Touristen aus, die ihre Pässe verloren hätten. Die Kommunistische Partei, zweitstärkste Kraft im Parlament, fordert bereits, ausländischen Kämpfern vorsorglich die Staatsbürgerschaft zu entziehen.
Im Kampf gegen die Bedrohung durch den IS setzt Moskau - Ukraine-Krise hin, Kalter-Krieg-Rhetorik her - auf Zusammenarbeit mit dem Westen." - Und bla und bla und bla und blablabla.... Daß bzw. ob die russische Regierung selbst bei dieser "Ersetzung" des Kaukasusemirats durch den IS eine gewisse Rolle spielen bzw. gespielt haben könnte und wie wohl extremistische Kämpfer aus dem Nordkaukasus nach Syrien zum IS gelangt sind, soll sich der kommunikationsunwillige Herr Rapp dann bitte auch selbst ergoogeln. Ist ja schließlich sein Job (wobei er allerdings mit seiner Konzentration auf den Musik- und Unterhaltungsbereich herzlich wenig russlandspezifische Expertise mitbringen dürfte...).

Auf Bitten bzw. höfliche Aufforderungen wie diese hier (ich bin mit dem Kommentator nicht bekannt bzw. weiß nicht, welche Person hinter diesem Kürzel steckt) war der Spiegel nicht eingegangen, er schrieb zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts über die Tscherkessen und den vergessenen Völkermord, der im 19. Jahrhundert von Rußland an ihnen begangen wurde:



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In den vorigen Wochen hatte Herr Rapp mich um Belege bzw. Nachweise gebeten (bzw. aufgefordert) gehabt dazu, wie deutsche Medienmacher die russische Politik verharmlost haben, dann aber, wie so oft von Seiten des guten, demokratisch-mittigen Bürgertums praktiziert, bei Lieferung ebensolcher Belege kein weiteres Interesse mehr gezeigt. Man will sich immer wieder lediglich vergewissern, daß Vorwürfe und Kritik NICHT zutreffen. Bei Gegenteiligem schwindet oftmals fast in Sekundenschnelle der Wille zur diskursiven Auseinandersetzung (eine weitere Reaktion Rapps war bis heute ausgeblieben, er hat zwar im gleichen Thread anschließend noch kommentiert, ich war für ihn dann im weiteren aber Luft):





(Verlinkt gewesen war hier mein NEX-Artikel zum diesjährigen Gedenktag der Tscherkessen).

Freitag, 25. November 2016

"Cornelia Achterberg" weiß nicht, warum sie hetzt....

Eine Hetzkampagne für "Meinungsfreiheit"? 

Neulich hatte ich begonnen, eine Artikelserie über Rechtspopulisten und deren Netzwerke zu veröffentlichen. Ich mußte abbrechen und sogar zwei bereits publizierte Artikel gingen wieder vom Netz, weil einer der Beschriebenen eine Urheberrechtsverletzung darin erkennen wollte, daß öffentlich geschaltete, von vielen Menschen geteilte Facebook-Posts sowie ein öffentlich zugänglicher Zeitungsartikel ohne seine explizite Erlaubnis zitiert wurden. Bzw. vermutlich auch, weil man auf der Suche danach war, wie man unangenehme Einsichten in das eigene Denken und Tun vom allgemeineren Publikum fernhalten könnte. So lange, wie ich auf die rechtliche Vorab-Klärung warte, um einem für mich zu teuren Rechtsstreit zu vermeiden, bleibt mir nun ein wenig Raum, um die Hetzkampagne des deutschen Lehrers Sönke Henning Tappe gegen meine Person in ihren seltsamen Dynamiken weiter aufzuarbeiten. Meine aktuelle Situation, bereits fertige Recherchen nicht publizieren zu können, bildet zudem einen schönen Kontrast zu der aggressiven Unterstellung, ich hätte wenig oder keinen Sinn für Meinungsfreiheit und demokratische Strukturen.Die Schreihälse, die von Frühjahr bis Sommer unter der Anführerschaft von Tappe monatelang mir, sich und anderen weismachen wollten, daß ich den liberalen Anstand verletzen würde oder politisch zu unkritisch und einseitig wäre, sind natürlich längst weitergezogen oder sehen wohl ohnehin keinen Sinn darin, auch mal dafür zu sorgen, daß ich mich ohne Angst und Druck in einer Weise äußern kann, so daß ich mit dem, was ich zu sagen habe, auch wahrgenommen werde und mich nicht nur stetig an Vorwürfen und Unterstellungen anderer Personen abarbeiten muß. 

Aber in der Tat war diese Bereitschaft zum Einsatz für meine Rechte und meine Aufarbeitung des Völkermordes an den Tscherkessen ja auch schon von Anfang an nicht dagewesen. Die Doppelmoral in Sachen Meinungsfreiheit (für Hetzer, Provokateure und Extremisten und Verbreiter von Allgemeinplätzen fast immer gern - für Genozidaufarbeitung, Dekonstruktion rassistischer Klischees und menschenfeindlicher Erzählungen sowie Vorgehen gegen Extremismus dagegen theoretisch ja, aber bitte ohne die Forderung nach gesellschaftlichem Einsatz zu deren Verwirklichung) samt eigenem argumentativem Ausweichen, vermeintlichem Nichtzuständigsein und der indirekten Degradierung der Aufarbeitung eines kolonialen Völkermordes zu einer Art privatem Hobby, der Fehlerklärung des zähen Ringen mit repressiv agierenden Kreisen zur "persönliche[n] Agenda" (bei vergleichender Genozidforschung handelt es sich selbstverständlich nicht um etwas so Nützliches und der Allgemeinheit Dienendes wie die weltbewegenden, rasiermesserscharfen Einsichten eines Jan Böhmermann) hatten ja auch den eigentlichen Ausgangspunkt meiner Auseinandersetzungen mit Tappe und den von mir gewünschten Kommunikationsabbruch mit ihm dargestellt:



Die häßliche Fratze des deutschen "Gutmenschentums":

Eine der sich meines Erachtens  besonders auffällig verhaltenden Personen war "Cornelia Achterberg" - zusammen mit einer Margit Reifenrath und einer Sieglinde Brumm - gewesen. Ihre Facebook-Seite wirkt nach einer liberalen, netten Frau, sie postet auf ihrer Wall Hundephotos, Musikvideos und wahrscheinlich auch die üblichen Aufrufe zu Toleranz und "gegen Hetze" (ich habe gerade keine Lust, mich weiter bei ihr durchzuscrollen). In ihrem Verhalten mir gegenüber zeigte sie allerdings eine ganz andere Seite- sie war eine der Personen gewesen, die die übelsten Schmähungen gegen mich ausgesprochen hatten und auf quasi-totalitäre Weise politisches Anecken mit "psychische Krankheit" gleichsetzten. Tatsächlich leide ich, und da wiederhole ich mich, an Fibromyalgie und Insulinresistenz, mutmaßlich entstanden durch jahrelanges Mobbing meiner Vorgesetzten und erst in der Türkei diagnostiziert, da in Deutschland der ärztliche Willen dazu fehlte.... (Und wenn man denn nun so ein immenses Ausmaß an Menschlichkeit in sich trägt, könnte man sich ja auch vielleicht mal dafür einsetzen, daß bereits Erkanntes vernünftig behandelt wird, anstatt daß man weiter über soziale Netzwerke zusätzliche Phantasiediagnosen trifft - wie man mit tatsächlich psychisch Kranken umgehen würde, mag ich mir anhand des bereits dokumentierten Verhaltens der entsprechenden Clique gar nicht ausmalen).  

Gerade da Cornelia Achterberg mir nicht einmal bekannt gewesen war und ich mit ihr auch noch nie aneinandergeraten war,  wird sie hier dann von mir mit einem Post beehrt. Sie steht für mich in ihrem Verhalten für diejenigen Menschen, die sich Hetze anschließen, wenn es etwas zu hetzen gibt und weniger nach der Sinnhaftigkeit ihres Tuns und des Anlasses dafür fragen. Mutmaßlich ist es das scheinbar "noble" Anliegen des Tonangebers, das  jegliches Verhalten zu rechtfertigen scheint, auch bzw. möglicherweise auch gerade dann, wenn man sich der Sache nach mit nichts beschäftigt hat und höchstwahrscheinlich nicht mal ansatzweise weiß, worum es überhaupt geht und wen man weswegen zu diskreditieren und zu zermürben sucht.

Es scheint das Gefühl zu zählen, irgendwie "besser" zu sein als andere, "mutiger" und mit mehr "Kritikgeist"; das zeigt und demonstriert man dann, indem man eine einem unbekannte Person als Sinnbild eines ganz ganz finsteren, bösen, gemeinen und absolut kranken Anderen bekämpft. Bei dem, was Achterberg auf meiner Seite an "Verfolgungswahn" gesehen haben will, kann es sich eigentlich nur um meine Posts zu entweder dem heutigen Rechtspopulisten Jörg Baberowski (damals einer meiner akademischen "Begutachter" und mitverantwortlich dafür, daß ein "Völkermord" an den Tscherkessen als Art Hirngespinst einer Irma Kreiten abgetan wurde) oder den um "Tichys Einblick" herum versammelten Personen, insbesondere Tomas Spahn handeln. D.h. es handelte sich da um Ausschnitte aus meinen Vorab-Recherchen für genau die Artikel, die jetzt nicht erscheinen konnten. Und ein Stück weit auch um eine Einstimmung meines Publikums, damit es bei Erscheinen längerer Artikel dann nicht heißt: Tichy... Spahn..., wer ist das - sind die überhaupt relevant? Oder: Hast Du nicht mal mit denen gesprochen? Doch, habe ich auch....





Ein paar Beispiele für meinen mutmaßlichen "Verfolgungswahn", wie er sich um jenen Zeitpunkt auf meiner eigenen Wall äußerte (und in der Interpretation von Menschen, die vielleicht nicht einmal wissen, was ordentliche Recherche darstellt, wie so etwas aussieht und vor sich geht, für mich ein Anzeichen dafür, daß man sich als kritischer, intellektuell beschäftigter Mensch bisweilen nun schon vor seinen "normalen" und "wohlwollenden" deutschen Mitmenschen und deren aggressiver, bornierter Intoleranz gegenüber geistiger Arbeit fürchten muß):








Falls sie sich weiter durch meinen Account geklickt haben sollte:
(Im übrigen wäre ich auch weit weniger gezwungen, mich ständig zu wiederholen, wenn meine Zeitgenossen etwas aufmerksamer wären und rationale Argumente auch dann nachvollziehen könnten und zum etwas Tun zu bewegen wären, wenn diese nicht zigfach durch mediale Echoräume schallen... und wenn nicht immer wieder irrig geglaubt würde, mehrheitliche Meinungsbildung in den sozialen Netzwerken wäre mit faktischer "Wahrheit" gleichzusetzen....)











Und vom Monat August, in dem ich, eben aufgrund der steten Belästigungen durch Tappe und seine virtuelle Horde nur sehr wenig gepostet hatte, ein ganz böser, aggressiver, verruchter und neurotisch-psychopathologischer Post:




Das anschließende Nichtwissenwollen und Keine-Ahnung-Haben:

Wie das Leben so spielt und da "politisch engagierte" Kreise im deutschsprachigen Netz doch immer wieder aus den gleichen Personen bestehen, bin ich eine Weile später Cornelia Achterberg dann auch mal direkt über den Weg gelaufen. Sie gab sich da - in eher islamophilem Kontext - tolerant, offen und flüchtlingsliebend. Auch solch ein Verhalten paßt natürlich bestens zusammen mit einem politischen "Engagement", das mich von der weiteren wissenschaftlichen Bearbeitung des Völkermordes an den Tscherkessen abhielt, weil ein wütender Mob mich monatelang mit Falschbehauptungen/ausgeprägter Zitierschwäche, Schmähungen, übler Nachrede, unerwünschten Zuschriften usw.traktierte.




Und weiter werden völlig unmotiviert Verweise auf andere politische Themen eingeworfen:

Fazit: Gutmensch oder Wutmensch?
Typisch ist meinem Ermessen nach auch, daß man oder frau die menschlichen Kosten, die solche Hetztornados verursachen und den allgemeineren politischen Flurschaden, den sie hinterlassen, weitestgehend zu ignorieren sucht. Auf diese Weise mischt sich ein fehl- oder gar nicht verstandenes Gut- mit dem üblichen Wutmenschentum. Es soll aber keiner sagen, ich hätte nicht mit Frau Achterberg "in Dialog" treten oder mir ihre Argumente nicht anhören wollen. Oder daß ich "zu un-nett" und "unhöflich" gewesen wäre und die mir entgegengebrachten massiven menschlichen Sympathien schlicht nicht zu schätzen gewußt hätte.....